Selbstmanagement - was ist das?
Das englische Verb "to manage" hat eine ganze Palette von Bedeutungen: führen oder lenken, etwas hinkriegen, steuern usw. Und das kann man ja auch mit sich selbst machen. Sich selbst steuern, d.h. überlegen, reden analysieren, handeln, Neues erproben. Wie der Kapitän, der sein Schiff auf Kurs hält, um den richtigen Hafen anzulaufen – auch bei hohem Seegang oder bei einer Flaute. Genau das ist gemeint mit "sich selbst managen": sich seinen Weg zu bahnen und dranzubleiben, auch wenn es mal klemmt. Das Steuer nicht aus der Hand zu geben und immer danach Ausschau zu halten, was man selber aus eigenen Kräften tun kann. Oder was man an sich selbst verändern und verbessern kann, um die Dinge mit mehr Energie und Spaß anzupacken. Das lohnt sich nicht nur, weil man dann leichter vorankommt, sondern auch, weil man so selber wächst und stärker wird.
Warum ? Weil Sie in Ihrem Kopf der eigene Chef/die eigene Chefin sind! Und damit haben Sie den größten Einfluss auf sich selbst!
Natürlich wurde und wird auch Ihr Leben, (genau so wie das aller anderen Menschen) durch verschiedene Faktoren gelenkt und geprägt. Diese Faktoren haben Ihre Entwicklung beeinflusst. Wir können diese Faktoren auch das Schicksal, den Zufall, die Umstände usw. nennen. Jeder dieser Faktoren fordert von Ihnen eine Reaktion und diese Reaktion können Sie selbst steuern. Die Faktoren können Sie sicher nicht verändern, aber Ihre Art und Weise, damit umzugehen.
Nachfolgende Schritte des Selbstmanagements helfen Ihnen, Ihre persönliche oder berufliche Entwicklung besser zu gestalten.
1. Schritt: Das Ziel
Zielfindung - Warum ist das so wichtig?
Darauf antworten wir mit einem Lieblingszitate:
Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.
(Seneca, römischer Philosoph)
Schon ganz schön alt, das Zitat, und immer noch topaktuell.
2. Schritt: Die Stärken
Hier geht es darum, Ihre Stärken zu finden.
Kennen Sie Ihre Stärken? Und haben Sie die optimal eingesetzt?
Bei „Nein“, „Jein“ oder „Vielleicht“ sollten Sie sich selbst und Ihre Stärken besser kennenlernen.
Warum?
Stärken sind die Grundlage all Ihrer Aktivitäten und die Visitenkarte für einen neuen Job.
Wenn Sie Holz sägen wollen, brauchen Sie Kraft, also Stärke. Wenn Sie aus diesem Holz Bretter herstellen wollen, brauchen Sie handwerkliche Stärken. Wenn Sie die Bretter zu einem Haus zusammenfügen wollen, brauchen Sie Stärken auf dem Gebiet der Architektur, der Statik, der Organisation. Wenn Sie das Haus dann verkaufen wollen, brauchen Sie... (na Sie wissen schon!)
Also: Stärken sind lebenswichtig. Von diesem lebenswichtigen Kapital hat jeder Mensch eine ganze Menge, jeder - auch Sie! Manches davon liegt brach, ist in Vergessenheit geraten oder ist Ihnen (noch) nicht bekannt. Also spielen Sie ein wenig Schatzgräber und entdecken und entwickeln Sie Ihre Stärken.
Wie geht das?
Es gibt dazu verschiedene Möglichkeiten. Eine stellen wir Ihnen hier in Kurzform vor: Nehmen Sie jetzt bitte 3 große Schreibblätter.
Schreiben Sie auf Blatt 1: Wer bin ich?
Schreiben Sie auf Blatt 2: Wie möchte ich sein?
Schreiben Sie auf Blatt ... (richtig ): Was soll geschehen?
Schreiben Sie einige Tage lang alles auf, was Ihnen dazu als Antwort einfällt. Lesen Sie das Geschriebene öfter durch. Wozu? Sie aktivieren Ihre Kräfte, auch die Ihnen gar nicht bewussten, und geben Ihren Gedanken immer neue Denkanstöße. Es geht darum, Ihr Unterbewusstsein und damit Ihre persönliche Steuerung in Schwung zu bringen. Ihr Unterbewusstsein arbeitet nach bestimmten Regeln und liefert Ihnen Gedanken, Erkenntnisse, Ideen, solange Sie nicht aufgeben. Ein Mensch hat immer eine Chance.
Sollten Ihnen selbst nicht so viele Stärken einfallen, fragen Sie einfach Ihre Familie und Ihre Freunde.
3. Schritt: Die Kräftekonzentration
Konzentrieren Sie Ihre Kräfte auf das Ziel.
Hier ist angesagt, das Richtige zu tun, anstatt alle Dinge richtig zu tun.
4. Schritt: Die Aktivierung
Werden und bleiben Sie aktiv, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.
Wollen Sie mehr oder etwas Neues erreichen, dann können Sie sich ja getrost neue Ziele stecken.
Jetzt wissen Sie, wie es geht.
Wenn es irgendwo hakt, Sie das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, Ihnen das alles zu theoretisch ist oder Sie sich einfach nur austauschen wollen, dann beziehen Sie andere Menschen ein. Das kann sowohl die private Unterstützung durch Lebenspartner, Freunde oder Bekannte als auch die fachliche Beratung und Strategieplanung z.B. Ihrer Agentur für Arbeit oder auch in Vereinen sein. Es gibt viele regionale Netzwerke die hilfreiche Informationen anbieten.
Tipp Denken Sie an den Versicherungsschutz bei der Jobsuche!
http://www.berufsunfaehigkeit.com/ Das Fachportal bietet zahlreiche Informationen rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Tipp für Ältere: Mit 45 schon zum alten Eisen?
Richtig, ältere Bewerber haben es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht. Das Einstellungsverhalten der Unternehmen ändert sich nur langsam, aber das Umdenken ist, angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs, zu spüren und für Sie eine Chance wieder ins Wirtschaftsleben einzusteigen.
Um sich für den Bewerbungsprozess zu motivieren, sollten Sie sich folgende Aspekte vor Augen halten:
♦ Zeigen Sie keinen Bewerbungsfrust in den Bewerbungsunterlagen. Kein Unternehmen möchte einen frustierten Mitarbeiter einstellen.
♦ Heben Sie gezielt Ihre Vorteile hervor ( Erfahrung, Gelassenheit, gefestigte Verhältnisse, alte Schule, Flexibilität).
Erfahrung: Es gibt keinen Fehler, den ein älterer Arbeitnehmer nicht bereits gemacht hat. Also ersparen Sie dem Unternehmen unnötige Mängel und Irrtümer.
Gelassenheit: Mit 50 regt man sich nicht so leicht auf wie mit Anfang 30. Ihre Gelassenheit und Souveränität ist Ihr Trumpf.
Gefestigte Verhältnisse: In Ihrem Alter sind Sie in Ihrem privaten Umfeld gefestigt. Wenn man sein Leben "eingerichtet" hat, dann reagiert man besonnener auf
Probleme, fühlt sich im besten Sinne stärker an seinen Arbeitgeber gebunden und verhält sich entsprechend loyal.
Alte Schule: Eigenschaften, die gerade wieder neu entdeckt werden, haben Sie in Ihrer Erziehung selbstverständlich genossen. So gelten ältere Arbeitnehmer meist
als zuverlässig und pünktlich.
Flexibilität: Auch wenn es älteren Arbeitnehmern oft nicht zugetraut wird: Sie sind nach wie vor lernfähig und aufnahmebereit, also geistig flexibel. Informieren Sie
sich über Weiterbildungsmaßnahmen und halten Sie Ihr Allgemeinwissen auf dem Laufenden, so können Sie Ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen.
Wie sagt man so schön: "In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist."
♦ Nutzen Sie unterschiedliche Wege bei der Jobsuche
Verlassen Sie sich nicht nur auf ausgeschriebene Anzeigen, besuchen Sie Fachmessen, Tage der offenen Tür, Jobbörsen und wenden Sie sich initiativ an interessierte
Unternehmen. Bereiten Sie sich auf Jobbörsen und Messen vor. Schauen Sie vorher nach, welche Firmen dabei sind und wo Sie gerne Kontakt knüpfen möchten.
Nehmen Sie einen Lebenslauf mit, den Sie gleich im Gespräch übergeben können. Merken Sie sich den Namen des Gesprächspartners und senden Sie eine
ausführliche Bewerbung zeitnah ab. Man erinnert sich an Sie. Ihr Anschreiben könnte dann mit dem Satz: " ... vielen Dank für das angenehme Gespräch zur
Jobbörse am .... Ich fand besonders die neue Produktionsstrecke interessant und sehe für mich eine Möglichkeit, mein Wissen und meine jahrelange Berufserfahrung
mit einzubringen. Wie besprochen sende ich Ihnen meine komplette Bewerbungsunterlage."
Zum Lebenslauf. Er wird meist noch vor dem Anschreiben gelesen und hat bei den Unternehmen einen hohen Stellenwert. Für die Kurzversion gilt:
⇒ Schreiben Sie nur das Wesentliche, was Sie für die Stelle qualifiziert.
⇒ Hobbys, nur dann erwähnen, wenn es relevant mit der angestrebten Stelle zu tun hat. Viele sind verunsichert, weil doch immer wieder zu lesen ist, Hobbys aufführen.
⇒ Versehen Sie Ihre beruflichen Stationen mit drei bis fünf kurzen Tätigkeitsschwerpunkten. Erklären Sie hier Ihre genauen Aufgabenfelder oder Projekte.
⇒ Auch bei einem kurzen Lebenslauf sollte ein professionelles Foto dabei sein. Mehr dazu unter "Die schriftliche Bewerbung".
♦ Freunde und Bekannte können ebenfalls ganz hilfreich sein.
♦ Setzen Sie sich Schwerpunkte
Im Laufe Ihrer bisherigen Karriere haben Sie viel Berufserfahrung gesammelt und einige Weiterbildungen besucht, doch nicht jedes Seminar und nicht jedes berufliche
Projekt ist für den anvisierten Arbeitgeber wichtig. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, so dass der Personalchef direkt versteht, wo Ihre Stärken und Talente
liegen.
♦ Weisen Sie in Ihrer Bewerbung auf evtl. finanzielle Hilfen, wie z.B. Lohnkostenzuschüsse zum Arbeitsentgelt, bei Einstellung, hin. Hier sind die
Arbeitsagenturen oder der Europäische Sozialfonds (ESF) gefragt.
♦ Entwickeln Sie Ihr eigenes Online-Bewerberprofil. Viele Unternehmen bevorzugen diese Form der Bewerbung. Mehr dazu unter Online-Bewerbung! Falls Sie hier
noch Schulungsbedarf haben, schauen Sie nach Kursangeboten bei der Volkshochschule oder Fragen Sie bei Ihrer Arbeitsagentur, welche Weiterterbildungen möglich
sind. Manchmal bietet das BIZ-Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur auch Tagesseminare und Gruppenveranstaltungen an. Überlegen Sie, wer Ihnen noch bei
einer Online-Bewerbung helfen kann, vielleicht Enkelkinder oder Bekannte.
♦ Erstellen Sie sich eine Liste für Ihre aktive Stellensuche mit allen Betriebskontakten und Ansprechpartnern. So behalten Sie immer den Überblick. Gleichzeitig kann
die Liste zu Ihren Beratungen bei der Arbeitsagentur mitgenommen werden. Damit haben Sie Ihre Eigeninitiative bereits dokumentiert, so wie in Ihrer
Eingliederungsvereinbarung möglicherweise vereinbart.
Was Sie noch wissen sollten. Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer steigt, ist aber von Region und Branche abhängig. Sehen Sie die Vorteile, die Sie mitbringen und vermarkten Sie sich selbst!
Für den Einsatz älterer Arbeitnehmer sprechen viele Aspekte. Sie sind besonders wertvoll, weil sie über ein großes Erfahrungswissen verfügen und viele spezifische
Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen. Sie können komplexe Sachverhalte leichter handhaben als jüngere Mitarbeiter und treffen ihre Entscheidungen rationaler und mit mehr Bedacht. Sie besitzen ein anderes bzw. höheres Verantwortungsbewusstsein und nehmen in altersgemischten Teams eine Vorbildfunktion ein und tragen somit zur Stabilität und einer positiven Unternehmenskultur bei.
Arbeiten in Deutschalnd
Tipp Annerkennung ausländischer Berufsabschlüsse: www.anerkennung-in-deutschland.de
Aufenthalt in Deutschland
Wenn Sie langfristig nach Deutschland ziehen möchten, sollten Sie sich über das deutsche Aufenthaltsrecht informieren. Die rechtlichen Bedingungen für einen Aufenthalt in Deutschland hängen davon ab, aus welchem Land Sie kommen – ob Sie Bürger der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder der Schweiz sind, aus einem anderen Land stammen oder als Spätaussiedler zuwandern.
Berufswahl - persönliche Interessen und Stärken ermitteln
Tipp www.powertest.abi.de hilft bei der Berufswahl - Ob Ausbildung oder Studium, mit dem "Abi-Powertest" können Abiturienten herausfinden, welcher berufliche Weg für sie der Richtige ist. Die neue Seite der Bundesagentur für Arbeit will jungen Menschen helfen, ihre persönlichen Interessen und Stärken zu ermitteln. Für den Test braucht man ca. 75 bis 90 Minuten, Pausen sind möglich. Die Ergebnisse lassen sich speichern und ausdrucken.
letzte Änderung: 11.März 2013